Aktuelle Termine

cropped-cropped-volksversammlung_syntagma_2012

Versammlung auf dem Syntagma Platz

 

Treffen des Komitees

einladung

Das nächste Treffen findet am Montag dem 29. April 2019 um 19:00 Uhr im Club 68 in der Ringstr. 68 im mittleren Saal statt.

Über euren Besuch oder Teilnahme würden wir uns freuen!
Wir treffen uns etwa alle zwei Wochen.

Aktuelle Informationen zu Griechenland findet ihr auch auf der bundesweiten Vernetzungsseite

Unsere aktuellen Termine findet ihr auch bei Facebook


The Balcony

Wann: Am 8. Mai 2018 um 20:00 Uhr

Wo: Hansastr. 48 im Kino

Was: Filmabend


“The Balkony – Memories of Occupation”

Regisseur Chrysanthos Konstantinidis blendet diese Aufnahme vom offiziellen Besuch an der örtlichen Gedenkstätte im nordgriechischen Dorf Lyngiades (in der Gebirgsregion Epirus nahe der albanischen Grenze) in seinen selbstfinanzierten Film “The Balkony – Memories of Occupation” ein (2018).

Konstantinides stammt aus diesem Dorf, möchte aber selbst nicht anklagen. Aufgrund seiner rundum gut einsehbaren “Balkonlage” mit Rauchsäulen im Umkreis von mindestens zwanzig Kilometern wurde das Bergdorf Lyngiades am 3. Oktober 1943 als “Sühne” für den von Partisanen getöteten Wehrmachts-Kommandeur Josef Salminger mit Maschinengewehren beschossen und anschließend fast vollständig niedergebrannt. Nur fünf Menschen überlebten unter brennenden Trümmern. Dem ausgeklügelten Einsatz der Gebirgsdivision Edelweiß der Wehrmacht fielen 82 nicht geflohene Bewohner*innen zum Opfer, vorwiegend wehrlose Frauen – und 34 von 35 verbliebenen Kindern. Selbst Säuglinge wurden durch Kopfschuss auf dem Arm der Mutter getötet. Nur eines, noch zu Stillendes, konnte damals schwerverletzt in einem Versteck versorgt werden und überleben: Vom Regisseur vor der Kamera mit der Dokumentareinblendung Gaucks befragt, äußerte sich der inzwischen über 70jährige Panajotis Poruska mit Ablehnung und Unverständnis auf fromme Formeln, wie sie ohne weitere Konsequenzen inzwischen auch von Bundespräsident Steinmeier verlauten.

Der Film bezieht die über Jahre vor Ort sorgsam dokumentierten Interviews mit den letzten Überlebenden des Massakers ein und lässt dessen griechisch sprechenden Autor Christoph Schminck-Gustavus in der vertrauten Gemeinschaft des wiedererstandenen Dorfes auftreten. Er ist Jahrgang 1942 und war vormals Professor für Rechts- und Sozialgeschichte an der Universität Bremen. “Feuerrauch” gehört zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen und Büchern über Kriegsschicksale im Zweiten Weltkrieg, die auch in Italien, Griechenland und Polen erschienen sind.

Unrühmliche Traditionspflege

Auch der Gegenwind besonders in der alten Bundesrepublik auf die unrühmliche Traditionspflege für die gefallenen Gebirgsjäger beider Weltkriege im bayrischen Mittenwald wird gezeigt. “Mich wühlt das auf, dass ihre Veteranen nun in Ruhe sterben”, sagt ein linker Aktivist vor der Kamera. “Ich habe großen Hass auf Wehrmachtssoldaten und auf die, die ihre Politik des Verdrängens, das Feiern von Mördern aktiv unterstützen.” Der Verfassungsschutz beschrieb das so: “Kurz nach einer Abordnung der Bundeswehr, die den Kranz des Verteidigungsministeriums niederlegte, traten die Vertreter einer österreichischen Krieger-Kameradschaft vor das Ehrenmal. Auf der Brust trugen sie Orden mit dem Hakenkreuz. Die Polizei sah sich nicht veranlasst, einzuschreiten.”

Deshalb hatten sie einmal den Überlebenden Panajotis Poruska aus Lyngiades zu einer öffentlichen Veranstaltung nach Mittenwald eingeladen. Er sprach nur kurz, war eher verschlossen, schilderte aber prägnant das, was ihm passierte – anhand der großen Rückennarbe von der Verletzung, die sie ihm als Säugling beigebracht hatten.

2010 schließlich sah sich die Gemeinde Mittenwald veranlasst, “an prominenter Stelle im Ort” ein von Personen aus dem linken Spektrum gestiftetes Mahnmal zu akzeptieren. Der Arbeitskreis “Angreifbare Traditionspflege” hatte das Denkmal Ende Mai 2009 anläßlich des Gebirgsjägertreffens zu Pfingsten vor dem Bahnhof aufgestellt. Da dies ohne die Genehmigung der Stadt geschehen war, hatte die Verwaltung das Denkmal jedoch wieder abräumen lassen. Nach längerem Streit einigten sich dann Arbeitskreis, Kirche und Gemeinde darauf, den “Stein des Anstoßes” auf dem Gelände der Grund- und Hauptschule wieder aufzustellen.

Er wolle mit seinem Film nicht anklagen, sagte der Regisseur in Berlin. Ihm gehe es um Vergangenheitsbewältigung. Interessanterweise wurde der Film mit Geldern aus dem Deutsch-Griechischen Zukunftsfond des Auswärtigen Amtes finanziert. Daraus werden vornehmlich Projekte unterstützt, die sich mit der deutschen Besatzungszeit Griechenlands auseinandersetzen.

11 Thesen zu Griechenland

In unserem Komitee haben wir uns zu Griechenland auf folgende Kernthesen geeinigt die weiterhin nichts an Ihrer Aktualität verloren haben, sie treten eher noch klarer in den Vordergrund.

Krisenlabor Griechenland

1. Die Krisenpolitik der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat in Griechenland die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Bereichen auf das Niveau von Schwellenländern abgesenkt.


2. Das chauvinistische Bild vom “faulen Griechen”, der mit den Steuermitteln des “fleißigen Deutschen” gerettet werden soll, dient der Spaltung,dem Aufbau von Missgunst und der Verhinderung eines solidarischen Widerstand gegen das europäische Krisenregime.


3. Der Auslöser der europäischen Krise war die Finanzkrise 2008/2009, in deren Verlauf Banken mit Steuermitteln gerettet wurden und Staaten durch diese Bankenrettungen weiter in die Verschuldung getrieben wurden.


4. Verschärft wurde die Krise durch die Krise des Euros und Spekulationen mit Staatsanleihen.


5.  Mit einer “Schockstrategie” wird die Krise benutzt, den EU-Staaten eine Art Agenda 2010 zu verpassen.


6. Die Krisenländer die sich den Hilfsplänen der EU unterwerfen müssen, werden in ihrer Wirtschafts- und Finanzplanung zu Befehlsempfänger der Troika und verlieren dadurch faktisch ihre staatliche Souveränität.


7. Durch Lohndumping und Sozialabbau erzielte Deutschland in der EU starke Wettbewerbsvorteile und hohe Exportüberschüsse.


8. Der Konkurrenzdruck kehrt nach Deutschland zurück, wenn in den Krisenländern die drastischen Kürzungsprogramme exekutiert wurden.


9. In Reaktion auf die Krise verstärken sich in ganz Europa nationalistische und rassistische Tendenzen.


10. Im Mittelpunkt der EU-Konstruktion standen und stehen in erster Linie die ökonomischen Interessen der Wirtschaftseliten.


11. Für ein soziales, demokratisches und ökologisches Europa bedarf es eines europaweiten solidarischen Widerstands, der mit der Logik der herrschenden
Politik in der EU bricht