Aktivitäten in 2019

 

“The Balkony – Memories of Occupation”

Regisseur Chrysanthos Konstantinidis blendet diese Aufnahme vom offiziellen Besuch an der örtlichen Gedenkstätte im nordgriechischen Dorf Lyngiades (in der Gebirgsregion Epirus nahe der albanischen Grenze) in seinen selbstfinanzierten Film “The Balkony – Memories of Occupation” ein (2018).

Konstantinides stammt aus diesem Dorf, möchte aber selbst nicht anklagen. Aufgrund seiner rundum gut einsehbaren “Balkonlage” mit Rauchsäulen im Umkreis von mindestens zwanzig Kilometern wurde das Bergdorf Lyngiades am 3. Oktober 1943 als “Sühne” für den von Partisanen getöteten Wehrmachts-Kommandeur Josef Salminger mit Maschinengewehren beschossen und anschließend fast vollständig niedergebrannt. Nur fünf Menschen überlebten unter brennenden Trümmern. Dem ausgeklügelten Einsatz der Gebirgsdivision Edelweiß der Wehrmacht fielen 82 nicht geflohene Bewohner*innen zum Opfer, vorwiegend wehrlose Frauen – und 34 von 35 verbliebenen Kindern. Selbst Säuglinge wurden durch Kopfschuss auf dem Arm der Mutter getötet. Nur eines, noch zu Stillendes, konnte damals schwerverletzt in einem Versteck versorgt werden und überleben: Vom Regisseur vor der Kamera mit der Dokumentareinblendung Gaucks befragt, äußerte sich der inzwischen über 70jährige Panajotis Poruska mit Ablehnung und Unverständnis auf fromme Formeln, wie sie ohne weitere Konsequenzen inzwischen auch von Bundespräsident Steinmeier verlauten.

Der Film bezieht die über Jahre vor Ort sorgsam dokumentierten Interviews mit den letzten Überlebenden des Massakers ein und lässt dessen griechisch sprechenden Autor Christoph Schminck-Gustavus in der vertrauten Gemeinschaft des wiedererstandenen Dorfes auftreten. Er ist Jahrgang 1942 und war vormals Professor für Rechts- und Sozialgeschichte an der Universität Bremen. “Feuerrauch” gehört zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen und Büchern über Kriegsschicksale im Zweiten Weltkrieg, die auch in Italien, Griechenland und Polen erschienen sind.

Unrühmliche Traditionspflege

Auch der Gegenwind besonders in der alten Bundesrepublik auf die unrühmliche Traditionspflege für die gefallenen Gebirgsjäger beider Weltkriege im bayrischen Mittenwald wird gezeigt. “Mich wühlt das auf, dass ihre Veteranen nun in Ruhe sterben”, sagt ein linker Aktivist vor der Kamera. “Ich habe großen Hass auf Wehrmachtssoldaten und auf die, die ihre Politik des Verdrängens, das Feiern von Mördern aktiv unterstützen.” Der Verfassungsschutz beschrieb das so: “Kurz nach einer Abordnung der Bundeswehr, die den Kranz des Verteidigungsministeriums niederlegte, traten die Vertreter einer österreichischen Krieger-Kameradschaft vor das Ehrenmal. Auf der Brust trugen sie Orden mit dem Hakenkreuz. Die Polizei sah sich nicht veranlasst, einzuschreiten.”

Deshalb hatten sie einmal den Überlebenden Panajotis Poruska aus Lyngiades zu einer öffentlichen Veranstaltung nach Mittenwald eingeladen. Er sprach nur kurz, war eher verschlossen, schilderte aber prägnant das, was ihm passierte – anhand der großen Rückennarbe von der Verletzung, die sie ihm als Säugling beigebracht hatten.

2010 schließlich sah sich die Gemeinde Mittenwald veranlasst, “an prominenter Stelle im Ort” ein von Personen aus dem linken Spektrum gestiftetes Mahnmal zu akzeptieren. Der Arbeitskreis “Angreifbare Traditionspflege” hatte das Denkmal Ende Mai 2009 anläßlich des Gebirgsjägertreffens zu Pfingsten vor dem Bahnhof aufgestellt. Da dies ohne die Genehmigung der Stadt geschehen war, hatte die Verwaltung das Denkmal jedoch wieder abräumen lassen. Nach längerem Streit einigten sich dann Arbeitskreis, Kirche und Gemeinde darauf, den “Stein des Anstoßes” auf dem Gelände der Grund- und Hauptschule wieder aufzustellen.

Er wolle mit seinem Film nicht anklagen, sagte der Regisseur in Berlin. Ihm gehe es um Vergangenheitsbewältigung. Interessanterweise wurde der Film mit Geldern aus dem Deutsch-Griechischen Zukunftsfond des Auswärtigen Amtes finanziert. Daraus werden vornehmlich Projekte unterstützt, die sich mit der deutschen Besatzungszeit Griechenlands auseinandersetzen.

Den Film “Liebe und Revolution” zeigten wir am 15. Februar 2019 im KDW in Neumünster um 20:00 Uhr

und am 20. Februar 2019 in der Hansastr. 48 um 20:00 Uhr in Kiel

“Die europäischen Medien behaupten, dass die Politik der Sparmaßnahmen in Griechenland ein Erfolg war und Ruhe eingekehrt ist. Dieser Film beweist das Gegenteil. Eine musikalische Reise vom Norden in den Süden Griechenlands mit den Menschen, die von Liebe und Revolution träumen.”

Nachdem wir 2016 und 2017 seine vorherigen Filme

“NE VIVONS PLUS COMME DES ESCLAVES” (2013)„

“LASST UNS NICHT WIE SKLAVINNEN LEBEN“

„JE LUTTE DONC JE SUIS” (2015)“

“ICH KÄMPFE, ALS BIN ICH”  gezeigt haben,

wollen wir euch seinen neuen Film präsentieren. 2017 konnten wir Yannis zu unserer Vorführung einladen und hatten anschließend die Möglichkeit mit ihm gemeinsam zu diskutieren.

Yannis Youlountas, ist ein französisch griechischer Schriftsteller und Filmemacher. Er organisiert philosophische Debatten für Kinder und kritisiert die Beeinflussung durch die Medien. Seit 2008 beteiligt er sich an Solidarischen Aktionen in Griechenland und berichtet darüber in seinen Artikeln, Fotos, Büchern, und Filmen, außerdem beteiligt er sich an der Organisierung von Aktionen und solidarischen Konvois. Sein Film “Lasst uns nicht wie Sklaven*innen leben” transportierte die Ansichten der sozialen Bewegung Griechenlands in viele Kontinente, dem folgte der Film “Ich kämpfe, also bin Ich” zwei Jahre später.

Neuer Film des Teams Youlountas (Maud, Yannis, und alle anderen weltweiten Unterstützer*innen)

Fünf Jahre nach “Lasst uns nicht länger wie Sklaven leben”, drei Jahre nach “Ich kämpfe, also bin ich” sowie nach 15 Monaten Drehzeit und Montage:

Der Film im Netz: http://lamouretlarevolution.net/spip.php?rubrique25

Am 31. Januar 2019 fand unsere Veranstaltung zu 10Jahre Memoranden statt.

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Proteste in Berlin gegen die Sparpolitik

Ob griechische Regierung, EU-Kommissare, deutscher Finanzminister oder die herrschenden Medien: Alle beschwören gebetsmühlenartig, dass die Krise in Griechenland nach den Memoranden nun endlich beendet ist.

Doch die Wahrheit sieht anders aus:
Drastische Lohn- und Rentenkürzungen, die Einkommen
sind auf den Stand von 2003 gefallen.
Keine Perspektive für junge Menschen: 400.000 qualifizierte
Griechinnen und Griechen sind bereits ausgewandert.
• Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei rund 20 %,
die Jugendarbeitslosigkeit bei über 45 %.
• 40 % der Menschen in Griechenland können Miete und laufen-
de Rechnungen
nicht zahlen.
• Das öffentliche Gesundheitssystem kollabiert, ­
Krankenhäuser wurden und werden privatisiert ­
oder gleich geschlossen.
• Millionen können sich keine Krankheits- bzw.
Pflegeversorgung
mehr leisten.
• Das öffentliche Bildungssystem droht zusammen­zubrechen,
während die griechische Regierung ­gleichzeitig enorme
Summen in die Rüstung steckt.
• Die gesamte wichtige Infrastruktur wurde privatisiert, z. B.
Seehäfen und Flughäfen. Diese Privatisierungsprogramme
nützen nur dem internationalen Großkapital.

„Griechenland“ist nicht gerettet und sollte nie gerettet werden. Griechenlandbleibt praktisch über Jahrzehnte eine Kolonie des Finanz- und Großkapitals – „gerettet“ wurden nur die Profite internationaler Banken und Konzerne. Und: DieSyriza-Regierung gibt wie ihre Vorgänger-Regierungen enorme Summe für Rüstung aus und verfolgt im Rahmen ihrer NATO-Mitgliedschaftdie aggressiven Ziele dieses imperialistischen Militärbündnisses und darüber hinaus die Ziele Israels.

Und in Deutschland?

Auch hier nimmt diese Entwicklung weiter Fahrt auf. Ob Privatisierungen profitabler öffentlicher Einrichtungen, Gesundheits- und Pflegenotstand, Sozialabbau, Abbau von Arbeitnehmerrechten, horrende Mieten, Absenkung des Rentenniveaus, Altersarmut, steigende Rüstungsausgaben und Kriegsvorbereitungen: 

Die Herrschenden verordnen „Sparprogramme“ für die Massen und sichern gleichzeitig exorbitante Profite für das Kapital.

Welche Alternativen dazu gibt es in Griechenland und bei uns? 

Darüber wollen wir mit euch diskutieren und haben zwei Referenten des Griechenland Soli-Komitees aus Köln eingeladen.

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Nein heißt Nein !

Antifa Demo 18 Januar

In der Nacht zum 19. Dezember 2018 wurde vor dem linken Stadtteilladen Li(e)ber Anders in Kiel-Gaarden ein Haufen politischer Transparente angezündet, die zwei Monate zuvor am besetzten Wagenplatz Schlagloch an der Werftbahnstraße entwendet worden waren. Nur weil aufmerksame Anwohnerinnen frühzeitig die Feuerwehr verständigten, konnten die Flammen gelöscht und so Schlimmstes verhindert werden. Obwohl die Täterinnen Gefahr für Leib und Leben der Bewohnerinnen im Wohnhaus über dem Laden billigend in Kauf nahmen, blieb es so glücklicherweise bei äußerlichen Sachschäden an der Eingangstür des Li(e)ber Anders. Zusammen mit der Tatsache, dass in den Wochen zuvor immer wieder Nazi-Kritzeleien wie „Rotfront verrecke!“ oder „Ins KZ mit Euch“ am Haus angebracht wurden, lassen die Umstände des Brandanschlags keinen Zweifel offen, dass die Täterinnen dem rechten Lager angehören.

Gegen Naziangriffe – linke Strukturen verteidigen!

Warum greifen Neo-Faschistinnen, die es auch in Gaarden z.B. im Umfeld des „PLS“-Ladens am Vinetaplatz gibt, immer wieder linke Strukturen an, wie es bundesweit in den letzten Wochen gehäuft vorgekommen ist? Nicht nur, weil von hier aus kontinuierlich wichtiger antifaschistischer Widerstand gegen ihre menschenverachtenden Umtriebe organisiert wird, sondern weil sie genau das hassen, wofür in Läden wie dem Li(e)ber Anders oder auf dem Wagenplatz Schlagloch gekämpft wird: Für das uneingeschränkte Recht jedes Menschen, ein Leben in Würde, Selbstbestimmung und Solidarität zu führen – ohne ausgebeutet, unterdrückt oder ausgegrenzt zu werden. Im Li(e)ber Anders sollen alle Platz haben sich auszutauschen, zu organisieren oder aufzuwärmen, unabhängig von Inhalt des Geldbeutels, Aussehen, Herkunft oder Geschlecht. Hier finden Cafés für Leute mit oder ohne deutschen Pass statt, hier ist Raum, sich gegen steigende Mieten und Ämterterror zu organisieren, hier schließen sich Frauen gegen patriarchale Zumutungen zusammen, hier wird gemeinsam gekocht und hier treffen sich politische Gruppen wie die linke Solidaritätsorganisation Rote Hilfe.

Gegen den Rechtsruck – wir lassen uns nicht spalten!

Die Rote Hilfe ist in den vergangenen Wochen massiver Hetze aus dem Bundesinnenmisterium und von bürgerlichen Medien ausgesetzt gewesen, weil sie Menschen unterstützt, die für ein bessere Leben für alle aufbegehren und dabei mit den Gesetzen des Staates aneinandergeraten. Das Feindbild Links ist eine Gemeinsamkeit der vermeintlichen Mitte und der Rechten: Faschistische Brandanschläge und Hetze gegen Linke sind zwei Seiten eines andauernden Rechtsrucks und einer autoritären Zuspitzung, die das Leben von niemandem verbessern wird, sondern Garant dafür ist, dass die Verhältnisse mindestens so beschissen bleiben wie sie sind. Was wir dagegen brauchen, ist nachbarschaftliche Solidarität auf allen Ebenen, um uns vor Nazi-Terror genauso wie vor sämtlichen Angriffen auf unser Leben zu schützen.

Gegen Verdrängung – organisiert den Mieter*innenwiderstand!

Wir lassen uns nicht vertreiben, weder von rechten Angriffen, noch von Wohnungsgroßkonzernen wie Vonovia und einer neoliberalen Stadtplanung. 3000 Wohnungen sind mittlerweile allein in Gaarden im Besitz der Vonovia und es werden immer mehr. Für uns als Mieterinnen, die sich nicht zu den Reichen und Schönen dieser Stadt zählen dürfen, bedeutet dies, von steigenden Mieten, schikanösen Wohnbedingen und im schlimmsten Fall Verdrängung und Obdachlosigkeit bedroht zu sein. Aber kein Mensch in Kiel darf unfreiwillig ohne Wohnung auskommen müssen. Schließt Euch zu Mieterinneninitiativen zusammen und macht mit bei Protesten für bezahlbaren Wohnraum. Wenn viele Menschen sich bewegen, können wir den Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen aufhalten. Am 15. Januar 2019 um 18.30 Uhr findet in der Räucherei (Preetzer Str. 35) eine erste Gaardener Mieter*innenversammlung zum Vonovia-Problem statt – beteiligt Euch und organisiert Widerstand!

Gerade in einem Stadtteil von einfachen Leuten wie Gaarden können wir es uns in Zeiten wie diesen nicht erlauben, uns gegenseitig die Schuld für die Zumutungen zuzuschieben, die nicht wir, sondern die politischen Verwalterinnen und Profiteure des Kapitalismus zu verantworten haben. Die Nutzerinnen des Li(e)ber Anders haben nach dem Brandanschlag breite Solidarität erfahren, aus dem Viertel und sogar international. Dies gibt uns die Kraft, keine Angst vor rechten Brandstifter*innen haben zu müssen. Auf dieses unbezahlbare Gut der Solidarität haben alle Menschen einen Anspruch. In unserer Vielfalt sollte uns deshalb eines vereinen: Dass wir zusammen stehen, aufeinander aufpassen und uns gemeinsam wehren. Ob gegen Naziangriffe, die Verdrängung aus unseren Vierteln oder Repressionen aller Art. Dies wollen wir am 18. Januar 2019 gemeinsam auf die Straße tragen, beteiligt Euch an der antifaschistischen Demonstration in Reaktion auf den Brandanschlag auf das Li(e)ber Anders!

Gaarden hält zusammen – für ein solidarisches Viertel ohne Nazis und

Wohnraumspekulanten*innen!

Freitag, 18. Januar 2019 | Antifaschistische Demonstration

18 Uhr Vinetaplatz | Kiel – Gaarden