Aktuelle Termine

cropped-cropped-volksversammlung_syntagma_2012Versammlung auf dem Syntagma Platz

Treffen des Komitees

einladung

Das nächste Treffen findet am Montag dem 16. April 2018 um 19:00 Uhr in der Kneipe der Pumpe statt.

Über euren Besuch oder Teilnahme würden wir uns freuen!
Wir treffen uns etwa alle zwei Wochen.

 

Aktuelle Informationen zu Griechenland findet ihr auch auf der bundesweiten Vernetzungsseite

Unsere aktuellen Termine findet ihr auch bei Facebook


 

Solidarität mit der ZAD

Seit dem 9. April versucht die französische Polizei das einstigen Flughafengeländes in Notre-Dame-des-Landes bei Nantes zu räumen. Tausende Polizisten der französischen Gendarmerie sollen im Auftrag der regierenden Kapitalisten der Landbesetzung namens ZAD (Zone A Défendre) ein Ende setzen. Die Polizei geht seit über einer Woche mit äußerster Härte gegen die LandbesetzerInnen vor. Es gibt zahlreiche Verletzte und auch Schwerverletzte.

Die ZAD ist seit 10 Jahren dauerhaft besetzt. Im Zuge der Proteste gegen ein monströses Flughafenprojekt ist in Notre-Dame-des-Landes ein selbstverwaltetes autonomes Gebiet entstanden. Die BesetzerInnen versuchen dort eine solidarische neue Gesellschaft jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und der Inwertsetzung aller Lebensäußerungen nach neoliberalen Vorstellungen zu leben. Das war den Herrschenden schon immer ein Dorn im Auge. Anfang des Jahres verzichtete die französische Regierung zwar endgültig auf den seit vierzig Jahren geplanten Bau des Großflughafens, kündigte aber gleichzeitig an, die LandbesetzerInnen zu räumen.

Einmal mehr soll kollektives Leben und lebendiger Widerstand mit militärischer Gewalt beendet werden. Die Herrschenden und ihre brutale Schergen packen auch hier ihre gesamte Repressionstechnik aus, verschießen massenhaft Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse, reißen Häuser und Hütten mit Räumpanzern und schwerem Gerät ein, zerstören Gärten und landwirtschaftliche Flächen. Aber die BesetzerInnen, FreundInnen, UnterstützerInnen, AnwohnerInnen und BäuerInnen aus der Region Nantes und in anderen Regionen Frankreichs leisten erbittert Widerstand! Militante Aktionen, Barrikaden, Sitzblockaden, Besetzungen und Demonstrationen im ganzen Land: Die AktivistInnen der ZAD schauen der Zerstörung ihrer Lebensräume nicht tatenlos zu. Sie stellen sich der kapitalistischen Repression und dem autoritären Staat entschlossen entgegen und kämpfen gemeinsam für ein selbstbestimmtes Leben!

Wir, das Kieler Solidaritätskomitee für Griechenland, solidarisieren uns mit den kämpfenden FreundInnen aus der ZAD und fordern den sofortigen Stopp des brutalen Polizeiüberfalls! Haut ab!

Hoch die internationale Solidarität!

 

Infos:
https://de.indymedia.org/node/19887
http://zad.nadir.org/
https://twitter.com/zad_nddl?lang=en
https://barrikade.info/Bilanz-zum-1-Tag-der-versuchten-Raumung-der-ZAD-1009

Recht auf Wohnen erkämpfen! Gegen Banken- und Immobilienkapital !

Veranstaltung am 03. Mai 2018 um 19:30 Uhr in der Pumpe Galerie

Aktivist*innen aus Griechenland, Spanien und Deutschland berichten

Seit der Bankenkrise 2008 verschärfte sich vor allem in Griechenland und in Spanien die Wohnsituation für viele Menschen. Im Gegensatz zu Deutschland wohnen dort ca. 80 % der Menschen in Eigentumswohnungen. Diese Wohnungen wurden ihnen per Kredit von den Banken fast aufgedrängt. Nach der Bankenrettung durch Steuergelder und staatliche Garantien wurden die wirtschaftlichen Bedingungen für sehr viele Menschen prekär, sie verloren ihre Arbeit und konnten die Kredite für ihre Wohnungen nicht zurückzahlen.

In Deutschland wurde die Situation aus anderen Gründen immer schlimmer. Während in Griechenland und Spanien die Sparvermögen durch Arbeitslosigkeit und Wohnungsverlust (die Kredite müssen nach der Zwangsräumung trotzdem weiter bezahlt werden) weitestgehend geplündert wurden und bezahlte Vollzeitjobs nur noch 400-700€ monatlich bringen bei Preisen wie bei uns, hat die Niedrigzinspolitik in Europa dazu geführt, dass fast unbesehen Immobilien erworben wurden, was zu einem dramatischen Mietenanstieg führte.

In allen drei genannten Ländern kommt es in den vergangenen Jahren immer mehr zu Zwangsräumungen. In allen Ländern wehren sich die Menschen dagegen auf

unterschiedliche Art und Weise. Die wohl am längsten und am besten organisierte Bewegung ist die PAH Plattform der von Hypotheken Betroffenen) in Spanien. In Deutschland sind es meist linke Mieterzusammenschlüsse und deren Organisationen, die aktiven Widerstand leisten. Und auch in Griechenland formiert sich seit einiger Zeit der Widerstand gegen die Zwangsräumungen.

 Unsere Veranstaltung am 3. Mai 2018 soll die unterschiedlichen Bedingungen der Kämpfe, aber auch deren Gemeinsamkeiten darstellen. Außerdem erhoffen wir uns einen internationalen Austausch, durch den alle von allen lernen können.

Film zur PAH: https://www.youtube.com/watch?v=erTvQ1KSYis

und ca. 2 Wochen später zeigen wir den Film

Sieben Tage bei der PAH

mit deutschen Untertiteln

Am 16. Mai 2018 um 20:00 Uhr

im Kino der Hansastraße 48

 Dokumentarfilm über die neue Massenbewegung gegen Zwangsräumungen in Spanien 

Das Forum der von Hypotheken Betroffenen (PAH) hat sich in den letzten Jahren zu einer neuen Massenorganisation entwickelt und ist zugleich eine der wichtigsten Organisationsstrukturen der gesellschaftlichen Mobilisierung gegen die Krise in Spanien. 

Die PAH ist ein Netzwerk wechselseitige Hilfe, mit einer breiten gesellschaftlichen Verankerung, weit über das linke Milieu hinaus, das viele zuvor nicht politisch Aktive anzieht. Nicht nur mit der Verhinderung von Zwangsräumungen macht die PAH von sich reden – sie haben vielfältige politische Aktionen entwickelt: Bankenbesetzungen, Druckkampagnen, Volksbegehren, (Wieder)Aneignung leerstehender Gebäude etc.

Und man beschränkt sich nicht auf wechselseitige Hilfe, sondern versteht sich selbst als Ort der politischen Aktion, der Organisation und Schulung, aber auch der Verknüpfung mit anderen Gruppen. Die Filmemacher, selbst aktiv in der PAH, begleiteten die PAH eine Woche lang bei ihren Aktivitäten.

Sieben Tage bei der PAH Barcelona Regie: Pau Faus Drehbuch: Pau Faus y Silvia González Laá Ton: Xavi Andreu Übersetzung: Raul Zelik Untertitel: Carlos Aparicio

Bei dieser Veranstaltung wurde wir von der Rosa-Luxemburg Stiftung unterstützt.

11 Thesen zu Griechenland

In unserem Komitee haben wir uns zu Griechenland auf folgende Kernthesen geeinigt die weiterhin nichts an Ihrer Aktualität verloren haben, sie treten eher noch klarer in den Vordergrund.

Krisenlabor Griechenland

1. Die Krisenpolitik der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat in Griechenland die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Bereichen auf das Niveau von Schwellenländern abgesenkt.


2. Das chauvinistische Bild vom „faulen Griechen“, der mit den Steuermitteln des „fleißigen Deutschen“ gerettet werden soll, dient der Spaltung,dem Aufbau von Missgunst und der Verhinderung eines solidarischen Widerstand gegen das europäische Krisenregime.


3. Der Auslöser der europäischen Krise war die Finanzkrise 2008/2009, in deren Verlauf Banken mit Steuermitteln gerettet wurden und Staaten durch diese Bankenrettungen weiter in die Verschuldung getrieben wurden.


4. Verschärft wurde die Krise durch die Krise des Euros und Spekulationen mit Staatsanleihen.


5.  Mit einer „Schockstrategie“ wird die Krise benutzt, den EU-Staaten eine Art Agenda 2010 zu verpassen.


6. Die Krisenländer die sich den Hilfsplänen der EU unterwerfen müssen, werden in ihrer Wirtschafts- und Finanzplanung zu Befehlsempfänger der Troika und verlieren dadurch faktisch ihre staatliche Souveränität.


7. Durch Lohndumping und Sozialabbau erzielte Deutschland in der EU starke Wettbewerbsvorteile und hohe Exportüberschüsse.


8. Der Konkurrenzdruck kehrt nach Deutschland zurück, wenn in den Krisenländern die drastischen Kürzungsprogramme exekutiert wurden.


9. In Reaktion auf die Krise verstärken sich in ganz Europa nationalistische und rassistische Tendenzen.


10. Im Mittelpunkt der EU-Konstruktion standen und stehen in erster Linie die ökonomischen Interessen der Wirtschaftseliten.


11. Für ein soziales, demokratisches und ökologisches Europa bedarf es eines europaweiten solidarischen Widerstands, der mit der Logik der herrschenden
Politik in der EU bricht