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Filmveranstaltung Lesbos: „The beautiful Prison“

Lesvos: The Beautiful Prison (Regie: Laura Heinig)

Dokumentarfilm und Gespräch

Die Regisseurin Laura Heinig wird an der Veranstaltung teilnehmen.

Laura Heinig fuhr im Frühling 2017 nach Lesvos um dort Menschen auf der Flucht zu unterstützen und durch den entstandenen Dokumentarfilm davon erzählen zu können.

2015 gründete sie mit anderen das Solidaritätskollektiv „justPeople“ in den Niederlanden. Laura Heinig ist Anthropologin und Kulturwissenschaftlerin und hat mit diesem Film ihren ersten Dokumentarfilm gemacht. Dieser ist komplett unabhängig entstanden und finanziert durch Fördermittel des Alert Youth Funds und Crowdfunding.

Lesvos: The Beautiful Prison (Regie: Laura Heinig)

Dokumentarfilm und Gespräch

(mit deutschen Untertiteln)

Lesbos wurde zum Inbegriff der sogenannten Flüchtlingskrise in der Ägäis. Im Jahr 2015 erreichten hier tausende Geflüchtete nach gefährlicher Überfahrt in Schlauchboten das Ufer. Der griechische Staat und die Verantwortlichen in der Europäischen Union zeigten hier nicht nur ihre Unfähigkeit einer solchen Situation gerecht zu werden, mehr noch offenbarten sie ihren Unwillen den „illegal“ geflüchteten humanitären Beistand zu leisten. Stattdessen begannen die Einwohner der Insel sich zu engagieren und mehr und mehr reisten aus allen Teilen der Welt Freiwillige an, um alternative Strukturen für und mit den Geflüchteten aufzubauen.

Der Dokumentarfilm folgt fünf Frauen im Jahr 2017 und erzählt so von dieser einzigartigen Situation aus verschiedenen Perspektiven – Geflüchtete, Einheimische und freiwillige Helferinnen erzählen, was sie erlebt haben. Von katastrophalen Bedingungen im Camp Moria, aber auch vom Leben außerhalb des Camps. Hier schaffen Einheimische, Neuankömmlinge und AktivistInnen in Gemeinschaftsküchen, besetzten Gebäuden und auf der Straße gemeinsam Raum für Freiheit, Würde und Autonomie. Die Erfahrung der Solidarität bringt ein Geben und Nehmen auf allen Seiten, verändert und bereichert.

Nach wie vor dürfen die meisten der Geflüchteten die Insel nicht verlassen, seit nun zwei Jahren leben sie ein perspektivloses Leben unter unmenschlichen Bedingungen. Aber auch die alternativen Strukturen wachsen weiter und nach wie vor engagieren sich viele Freiwillige auf Lesbos – auch wenn ihre Arbeit durch die zunehmende staatliche Repression immer schwieriger wird.

In der Diskussion im Anschluss, wollen wir uns mit euch und mit Laura Heinig über die aktuelle Situation zu diesem Thema austauschen.

11 Thesen zu Griechenland

In unserem Komitee haben wir uns zu Griechenland auf folgende Kernthesen geeinigt die weiterhin nichts an Ihrer Aktualität verloren haben, sie treten eher noch klarer in den Vordergrund.

Krisenlabor Griechenland

1. Die Krisenpolitik der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat in Griechenland die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Bereichen auf das Niveau von Schwellenländern abgesenkt.


2. Das chauvinistische Bild vom „faulen Griechen“, der mit den Steuermitteln des „fleißigen Deutschen“ gerettet werden soll, dient der Spaltung,dem Aufbau von Missgunst und der Verhinderung eines solidarischen Widerstand gegen das europäische Krisenregime.


3. Der Auslöser der europäischen Krise war die Finanzkrise 2008/2009, in deren Verlauf Banken mit Steuermitteln gerettet wurden und Staaten durch diese Bankenrettungen weiter in die Verschuldung getrieben wurden.


4. Verschärft wurde die Krise durch die Krise des Euros und Spekulationen mit Staatsanleihen.


5.  Mit einer „Schockstrategie“ wird die Krise benutzt, den EU-Staaten eine Art Agenda 2010 zu verpassen.


6. Die Krisenländer die sich den Hilfsplänen der EU unterwerfen müssen, werden in ihrer Wirtschafts- und Finanzplanung zu Befehlsempfänger der Troika und verlieren dadurch faktisch ihre staatliche Souveränität.


7. Durch Lohndumping und Sozialabbau erzielte Deutschland in der EU starke Wettbewerbsvorteile und hohe Exportüberschüsse.


8. Der Konkurrenzdruck kehrt nach Deutschland zurück, wenn in den Krisenländern die drastischen Kürzungsprogramme exekutiert wurden.


9. In Reaktion auf die Krise verstärken sich in ganz Europa nationalistische und rassistische Tendenzen.


10. Im Mittelpunkt der EU-Konstruktion standen und stehen in erster Linie die ökonomischen Interessen der Wirtschaftseliten.


11. Für ein soziales, demokratisches und ökologisches Europa bedarf es eines europaweiten solidarischen Widerstands, der mit der Logik der herrschenden
Politik in der EU bricht

Aktuelle Termine

cropped-cropped-volksversammlung_syntagma_2012Versammlung auf dem Syntagma Platz

Treffen des Komitees

einladung

Das nächste Treffen findet am Montag dem 17. September 2018 um 19:00 Uhr

in der Kneipe in der Bambule in Gaarden am runden Tisch im Nichtraucherbereich

(oder bei gutem Wetter im Biergarten) statt.

Über euren Besuch oder Teilnahme würden wir uns freuen!
Wir treffen uns etwa alle zwei Wochen.

 

Aktuelle Informationen zu Griechenland findet ihr auch auf der bundesweiten Vernetzungsseite

Unsere aktuellen Termine findet ihr auch bei Facebook