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Nur gemeinsamer Druck von unten kann etwas bewirken!

Veranstaltung mit Karl Heinz Roth zu seinem Buch „Reparationsschuld“:

Am 15. Juni 2017 stellte Karl Heinz Roth das Buch mit dem Untertitel „Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa“ vor, eingeladen hatte das Griechenlandsolikomitee Kiel in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und anderen linken Kräften.

Anschaulich zeigte Karl Heinz auf das Ausmaß der Zerstörungen und Plünderungen des deutschen Faschismus auch in Griechenland auf. Kaum fassbar sind die Kaltblütigkeit und der Zynismus, mit dem die Politiker der Bundesrepublik auf die berechtigten Reparationsforderungen Griechenlands, aber auch anderer Länder (wie Jugoslawien, Polen, Italien usw.) reagierten: Zunächst hieß es bis 1990: man müsse erst einen Friedensvertrag abwarten, vorher könne man nichts regeln.

Nach 1990, als mit dem 2+4-Vertrag ein völkerrechtlich als Friedensvertrag (unter Ausklammerung der Reparationsfragen) zu wertendes Abkommen abgeschlossen worden war, erklärte man dann frech: Nun sei es zu spät für Reparationsforderungen. Als dennoch z.B. aus Griechenland und Polen die berechtigten Reparationsansprüche geltend gemacht werden sollten wurden diese Länder von der Bundesrepublik massiv erpresst.

Etwa 30 Teilnehmer diskutierten die Frage, wie man dennoch die Entschädigungen für die Verbrechen und Zwangsenteignungen durchsetzen könne. Karl Heinz schätzte ein, dass ein Alleingang der griechischen Regierung vermutlich die Bundesrepublik nicht dazu bewegen würde auch nur ein Teil der Schulden zu begleichen. Wichtig wäre eine Zusammenarbeit der Initiativen in allen betroffenen Ländern, vor allem aber auch in Deutschland selber. Dabei wäre es falsch nur auf die Regierungen zu hoffen, nur gemeinsamer Druck von unten könne etwas bewirken.

Übrigens: Die Teilnehmer dieser Veranstaltung spendeten 103,00€ für das Solidaritätsprojekt „To Mirmigi“ in Athen, vielen Dank!

Wir empfehlen das Buch von Karl Heinz Roth, Hartmut Rübner: Reparationsschuld

Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa,
erschienen im Metropol Verlag

Veranstaltungen im Juni

Am 15. Juni um 19:30 Uhr haben wir mit Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung,

Karl Heinz Roth  in die Pumpe Haßstr. 22 (Galerie) eingeladen.

Karl Heinz Roth wird in dieser Veranstaltung sein neuestes Buch vorstellen:

Reparationsschuld Karl Heinz Roth, Hartmut Rübner

Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Erschienen im Metropol Verlag

Die Reparationsfrage ist nach wie vor ein brisantes und umstrittenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus.

Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert.

Einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung hat sich die deutsche Machtelite bis heute verweigert.

Die Kieler Buchhandlung „Zapata“ wird einen Büchertisch anbieten, wo auch das neue Buch von K. H. Roth verkauft wird.


Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei (trotz der hohen Kosten), wir sammeln Spenden für das Soliprojekt „To Mirmigi“ (Die Ameise)

 Griechenlandsolidaritätskomitee Kiel

Heute ihr – morgen wir

Neue Schweinereien für Griechenland angeordnet:

Die griechische Regierung hat den jüngsten von Berlin und Brüssel erzwungenen Kürzungsprogramme zugestimmt. Diese sehen u.a. vor:
Arbeitslosengeld
Das ohnehin auf nur zwölf Monate beschränkte Arbeitslosengeld wird gekappt
Rentenkürzungen
Die Renten werden weiter reduziert – um bis zu 18 Prozent. Griechische Rentner hätten dann seit 2010 in etwa die Hälfte ihrer Einkommen verloren.
Streikrecht
Das Streikrecht wird weiter erschwert

Willkürliche Massenentlassungen werden dafür vereinfacht

Der zuständige Oberste Arbeitsrat (ASE) muss nur noch überprüfen, ob alle juristischen Formalitäten eingehalten wurden. Haben die betreffenden Firmen ihre Informationspflichten gegenüber den Beschäftigten erfüllt, können sie die Entlassungen schon vor der bislang einzuhaltenden Dreimonatsfrist vornehmen.

Senkung der Steuerfreibeträge

Damit muss bereits Steuern zahlen, wer über ein Monatseinkommen von nicht einmal 500 Euro verfügt. Dies wiegt umso schwerer, als Langzeitarbeitslose in Griechenland keinerlei staatliche Beihilfen erhalten und komplett von der Unterstützung durch Angehörige abhängig sind; traditionell waren die Renten deshalb eine Art Sozialhilfeersatz. Auch wegen der Rentenkürzungen ist die extreme Armut in Griechenland massiv gestiegen: von 2,2 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2009 auf 13,6 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2016.

Dennoch: Verschuldung steigt

Dabei zeigt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, dass die von Berlin dominierte EU-Krisenpolitik nicht nur gescheitert ist, sondern das Land immer mehr in den Ruin treibt: Das griechische Bruttoinlandsprodukt ist von rund 226 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf rund 176 Milliarden Euro im Jahr 2016 abgestürzt; gleichzeitig ist die Verschuldung von 125 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2010) auf 184 Prozent (2016) gestiegen.

Weitere Verarmungen werden die Folge sein –

Widerstand ist nötig:

Heute die – morgen wir!

11 Thesen zu Griechenland

In unserem Komitee haben wir uns zu Griechenland auf folgende Kernthesen geeinigt die weiterhin nichts an Ihrer Aktualität verloren haben, sie treten eher noch klarer in den Vordergrund.

Krisenlabor Griechenland

1. Die Krisenpolitik der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat in Griechenland die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Bereichen auf das Niveau von Schwellenländern abgesenkt.


2. Das chauvinistische Bild vom „faulen Griechen“, der mit den Steuermitteln des „fleißigen Deutschen“ gerettet werden soll, dient der Spaltung,dem Aufbau von Missgunst und der Verhinderung eines solidarischen Widerstand gegen das europäische Krisenregime.


3. Der Auslöser der europäischen Krise war die Finanzkrise 2008/2009, in deren Verlauf Banken mit Steuermitteln gerettet wurden und Staaten durch diese Bankenrettungen weiter in die Verschuldung getrieben wurden.


4. Verschärft wurde die Krise durch die Krise des Euros und Spekulationen mit Staatsanleihen.


5.  Mit einer „Schockstrategie“ wird die Krise benutzt, den EU-Staaten eine Art Agenda 2010 zu verpassen.


6. Die Krisenländer die sich den Hilfsplänen der EU unterwerfen müssen, werden in ihrer Wirtschafts- und Finanzplanung zu Befehlsempfänger der Troika und verlieren dadurch faktisch ihre staatliche Souveränität.


7. Durch Lohndumping und Sozialabbau erzielte Deutschland in der EU starke Wettbewerbsvorteile und hohe Exportüberschüsse.


8. Der Konkurrenzdruck kehrt nach Deutschland zurück, wenn in den Krisenländern die drastischen Kürzungsprogramme exekutiert wurden.


9. In Reaktion auf die Krise verstärken sich in ganz Europa nationalistische und rassistische Tendenzen.


10. Im Mittelpunkt der EU-Konstruktion standen und stehen in erster Linie die ökonomischen Interessen der Wirtschaftseliten.


11. Für ein soziales, demokratisches und ökologisches Europa bedarf es eines europaweiten solidarischen Widerstands, der mit der Logik der herrschenden
Politik in der EU bricht

Aktuelle Termine

cropped-cropped-volksversammlung_syntagma_2012Versammlung auf dem Syntagma Platz

Treffen des Komitees

einladung

Achtung Änderung

Das letzte Treffen vor der Sommerpause findet am Montag dem 26. Juni 2017 um 19:00 Uhr im Restaurant „El Greco“ am Wilhelmsplatz statt.

Über euren Besuch oder Teilnahme würden wir uns freuen!
Wir treffen uns etwa alle zwei Wochen.

 

Aktuelle Informationen zu Griechenland findet ihr auch auf der bundesweiten Vernetzungsseite

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