20 Jahre Runder Tisch gegen Rassismus

Am 15. August 2020 nahmen wir am 20 jährigen Geburtstagsfest des Runden Tisches gegen Rassismus teil. Wir veröffentlichen die Nachlese eines Aktivisten des Bündnisses.

Liebe Freund*innen,

hier Weiteres von unserem Sommerfest, das am 15. August im Verlauf des Nachmittags von etwa 400 Menschen besucht wurde. Bei bestem Sommer(- und eigentlich Strand-)Wetter, mit ausgeklügeltem Hygienekonzept und verlässlicher Security. Alles verlief friedlich und ungestört. Es war schon von der Planung her unter Corona-Bedingungen ein Wagnis, es hat viel Arbeit gekostet, und es hat sich gelohnt. Herzlicher Dank an alle, die mitgewirkt haben!

Es ist bei solchen Gelegenheiten sicher etwas Besonderes, wenn der Stadtpräsident einem antifaschistischen Bündnis im Namen der Landeshauptstadt Grüße ausrichtet und Erfolg bei der weiteren Arbeit wünscht – Hans-Werner Tovar hat es getan. Denn leider konnte dies kein Abschiedsfest nach endgültig erfolgreicher Arbeit sein – unsere Arbeit, unser Kampf gehen weiter, die Bedrohungen haben zugenommen und sind vielfältiger geworden. Das spiegelt sich auch in der Tatsache, dass in den letzten Jahren neue Organisationen entstanden sind, wie etwa die Seebrücke und die OMAS gegen Rechts, die umfangreiche eigene Aktivitäten entfalten und dabei, wie die vielen bereits lange bestehenden Verbände, mit dem Runden Tisch verbunden sind und am Runden Tisch mitsprechen, die mit allen anderen zusammen den Runden Tisch ausmachen. Wir freuen uns über neu entstandene Verbindungen wie zu den z. T. auch noch jungen Organisationen der People of Color. Wir sind überzeugt, dass wir uns alle gegenseitig brauchen, dass wir aufeinander angewiesen sind. Ein ganz kurzer, unvollständiger Einblick in die Arbeit des Runden Tisches in den vergangenen 20 Jahren wurde in der Eröffnungsansprache gegeben, die ihr ebenso wie die Rede Hans-Werner Tovars im Anhang findet.

 

38 verschiedene Organisationen haben beim Fest mit eigenen Informationsständen ihre Verbundenheit mit dem Runden Tisch bekundet.

Im Rahmen dreier Talkrunden haben Vertreter*innen verschiedener Verbände in der gebotenen Kürze über die Schwerpunkte ihrer eigenen Arbeit, ihre Verbindung zum Runden Tisch und über ihre Erwartungen an die Zukunft – sowohl hinsichtlich der Zusammenarbeit als auch der allgemeinen politischen Entwicklung – gesprochen.

Beteiligt waren: Stefanie Schmoliner (1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster), Uwe Gier (BR bei der Post, Vorsitzender von ver.di Kiel-Plön), Matthäus Weiß (Vorsitzender des Landesverbands der Sinti und Roma S-H), Cornelia Kerth ( Bundesvorstand VVN/BdA), Hans-Werner Tovar (Stadtpräsident Landeshauptstadt Kiel), Gürsel Ayan (Migrationsausschuss IG Metall); von den Gründungsmitgliedern Bettina Jürgensen (damals Betriebsrätin im Veranstaltungszentrum “Pumpe”), Dietrich Lohse (damals Betriebsrat WDA Brodersdorf), Axel Hoffmann (damals Avanti-Projekt undogmatische Linke), Wolfgang Mädel (damals 1. Bevollmächtigter IG Metall), Hans-Ulrich Stangen (damals Vertrauenskörperleiter IG Metall und BR auf HDW Kiel); Melanie Groß (FH Kiel, für das Zentrum für Betroffene rechter Angriffe ZEBRA), Tamara Mazzi (Empowerment von Black, Indigenous and People of Color EmBIPOC an der CAU), Martin Link (Geschäftsführer Flüchtlingsrat S-H), Natalie und Julian (Seebrücke Kiel), Gudrun Knehler (OMAS gegen Rechts Kiel).

Künstler*innen gegen Rassismus und Faschismus waren natürlich ein wesentlicher Teil unseres Festes. Wir freuen uns unter anderem auch darüber, dass wir alle, die bei uns aufgetreten sind, auch bezahlen konnten – ganz wichtig in diesen für Kulturschaffende schwierigen Zeiten. Und das bedingt ebenso natürlich den großen Dank an alle Institutionen und Personen, die unser Fest mit den finanziellen Mitteln gefördert haben, durch die uns das ermöglicht wurde!

Aufgetreten sind mit Slam Poetry: Björn Högsdal, Stefan Schwarck, Victoria Helene Bergemann, Selina Seemann, Corinna Hansen und, als POC Poetry, Limo und Bontu.

Das Musikprogramm wurde bestritten von der Safar Band, Svennä&Morales, Henri Jacobs und Heinz Ratz – Strom und Wasser.

Die Bildauswahl im Anhang ist naturgemäß begrenzt und zeigt vieles und viele nicht. In Kürze folgt ein von den Fotografen freigegebener link zu weiteren Aufnahmen. Die hier gezeigten Aufnahmen wurden von den Kieler Arbeiterfotografen Fritz und Ollo gemacht.

 

Nun hoffen wir, dass uns die gute Stimmung des Festes durch die kommenden Auseinandersetzungen trägt, dass sich unsere Verbundenheit weiterhin bewährt, Alexander Hoffmann, heute als Rechtsanwalt u. a. Nebenklagevertreter im NSU-Prozess, hat als eine Stärke des Runden Tisches die Erfahrung hervorgehoben, dass sich die hier Aktiven vollkommen aufeinander verlassen können. Diese Erfahrung werden auch die neu Hinzukommenden machen – mögen sie zahlreich sein!

 

Solidarische Grüße

Dietrich Lohse